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Das sagten die Besucher der Fotoausstellungen:

„Wie schön, dass Nicht-Preetzer einen Einblick ins ehemalige Preetz erhalten dürfen“


„Wolfgang Petonke hat den ,goldenen‘ fotografischen Blick gehabt. Eine schöne Erinnerung“

 

„Wie das elterliche Fotoalbum – super!“

 

Fast vergessen: Wolfgang Petonke

Vor 50 Jahren starb ein Fotograf, dessen Name den meisten Preetzer Bürgern heute vermutlich nichts mehr sagt: Wolfgang Petonke (1919-1964) hat seine Heimatstadt in den 50er- und 60er-Jahren in wundervollen Bildern porträtiert.

Der Fotograf lebte auf dem Klosterhof und war der Sohn des früheren Klosterorganisten Martin Petonke. Unter anderem hat er für die Lokalzeitung „Preetzer Wochenschauer“ gearbeitet und unter dem Titel „Preetz – unsere kleine Stadt“ Ende 1962 den ersten Bildband über die Schusterstadt veröffentlicht.

Seine Bilder zeigen die Schusterstadt noch als idyllische Kleinstadt, die aber auf dem Sprung ist, ihr Erscheinungsbild deutlich zu ändern. Es ist die Zeit, in der begonnen wird, neue Wohngebiete zu erschließen und alte Straßen zu verbreitern.

Die Bilder geben Einblick in den Arbeits- und Lebensalltag der Menschen, porträtieren Gebäude und Einrichtungen sowie Natur und Landschaft in und um Preetz. Die Fotos sind zu einem großen Teil kunstvoll inszeniert und zeichnen sich insgesamt durch ein exzellentes Händchen für Bildkomposition, Stimmungen und außergewöhnliche Blickwinkel aus.

In besonders kommunikativer Mensch war Petonke indes nicht. Er wird als freundlich und hochintelligent beschrieben, aber auch als eine sehr in sich gekehrte, eigenbrödlerische Persönlichkeit. Petonke konnte wochenlang in einer Vogelbeobachtungsstation in Lippe bei Hohwacht untertauchen. Die Abgeschiedenheit muss Balsam für seine Seele gewesen sein. In Fachzeitschriften hat er von seinen ornithologischen Untersuchungen berichtet – in Aufsätzen mit Titeln wie „Zum Vorkommen des Stelzenläufers in Europa“ oder „Die nicht alltägliche Nahrungsaufnahme von Graureiher und Grünschenkel“. In der Zeitschrift „Wild und Hund“ hat er 1956 einen Artikel über „Die Brandgans als Binnenlandbrüter“ geschrieben, 1957 folgte der Artikel „Seeadler in Schleswig-Holstein“.

Wer Wolfgang Petonke kannte, wird seine Erscheinung nicht vergessen haben: die leicht gebückte Haltung, der schwere Lodenmantel, der große Jägerhut – und um den Hals die Rollei-Kamera. Am 31. Januar 1964 schied Petonke aus dem Leben.